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Schule gestalten, Klima schützen

wann, wenn nicht jetzt?

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Zwischen Shut-Down und Wieder­eröff­nung der Schu­len liegen neun Wochen. Klingt nach großen Ferien. Der Alltag mit Home-Schoo­ling, tägli­che Bild­schirm­ar­beit und Freund­schaf­ten nur ‚digi­tal‘ erwies sich aber als wenig entspannt. Pause hatte seit Mitte März maxi­mal das Klima. Die program­mierte Rush­hour: abge­sagt. Die Gren­zen: dicht gemacht. Ostern unter einem Himmel ohne Strei­fen: Wir blei­ben daheim. Jetzt nehmen Schu­len und Büros den Betrieb wieder auf. Soll sich die Greta-Genera­tion freuen? Was soll sich jetzt tun?

Diese Frage stell­ten sich junge Leute am BG Bregenz Blumen­straße nicht erst seit Corona. Anläss­lich von 30 Jahren Kinder­rechte debat­tier­ten 20 junge Leute und 25 Erwach­sene zum Thema Enkel­taug­lich­keit. In einem jung&weise-Dialog entwi­ckel­ten sie gemein­sam Vorstel­lun­gen von unse­rer Welt als zukunfts­fä­hi­gem Lebens­raum.

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Ein Initia­tiv­team des BG Blumen­straße nahm sich vor, im eige­nen Haus, an der eige­nen Schule anzu­fan­gen. Sie defi­nier­ten konkrete Hand­lungs­fel­der:

- Einspa­ren von Mate­ria­lien, Ener­gie und CO2
- das Schul­um­feld schö­ner gestal­ten
- Peer-to-Peer Work­shops zu Klima­schutz orga­ni­sie­ren

Möglichst viele junge Menschen soll­ten daraus Ansatz­punkte defi­nie­ren und Erwach­sene mit ins Boot holen. Emma Prantl (8. Klasse) erklärte sich bereit, den Schritt ins Multi­pli­zie­ren zu beglei­ten. Alle Klas­sen filter­ten aus großen Über­schrif­ten konkrete Möglich­kei­ten. Kann es gelin­gen, daraus gemein­sam Lösun­gen zu entwi­ckeln und umzu­set­zen?

Im World Café bekann­ten rund 80 Schüler*innen aus allen Alters­stu­fen Farbe. Das Team von jung&weise unter­stützte die jungen Leute, gemein­sam mit den Pädagog*innen Carmen Bech­ter und Waltraud Klement-Schnei­der. Der Austausch drehte sich um folgende Fragen:

Was hat Vorrang?
Wo sind die jungen Leute selbst gefragt? Wie können sie gute Beispiele setzen und dadurch Druck aufbauen?
Was können nur Erwach­sene entschei­den und errei­chen? Wofür müssen alle Genera­tio­nen zusam­men­span­nen?
Welchen Fragen stel­len sich der Schul­lei­tung, wenn Ände­run­gen erreicht werden sollen?
Welche Orga­ni­sa­tio­nen, Betriebe, Behör­den und verant­wort­li­che Perso­nen müssen einge­bun­den werden?
Was sparen einzelne Maßnah­men ein? Wen kosten sie etwas? Wie können Budgets dafür bereit­ge­stellt werden?
Wo sind die jungen Leute selbst in der Verant­wor­tung?

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Aus 20 jungen Leuten sind schon 80 geworden.

Das Anlie­gen rich­tet sich an alle, aber nicht an alle gleich. Sie wollen eine Schule mit über 1000 Menschen bewe­gen: Ein ganzes ‚Dorf’ verän­dern. Zunächst haben die jungen Leute die Themen in konkrete Schritte über­setzt. In den kommen­den Wochen wird entschei­dend: Wer bleibt dran und erin­nert regel­mä­ßig daran, was sich alle vorge­nom­men haben? Die Coro­na­krise hat gezeigt: Alles ist möglich. Normen können sich sehr rasch als nicht mehr normal, akzep­tierte Prak­ti­ken als unprak­tisch erwei­sen. Ist der Druck groß genug, ändern viele Menschen ihre Gewohn­hei­ten. Begrei­fen wir jetzt, dass auch beim Klima Notstand herrscht, und entschie­de­nes Handeln erfor­der­lich ist?

Dialog schafft Verständ­nis, gemein­sa­mes Nach­den­ken die Basis für die nächs­ten Schritte. Zunächst werden eher kleine Dinge umge­setzt werden. Wer einen langen Atem beweist, dem gelin­gen auch größere und ganz große Lösun­gen.

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Carmen Bech­ter
Profes­so­rin BG Blumen­strasse
Bregenz
Carmen Bech­ter
Profes­so­rin BG Blumen­strasse
Bregenz
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Im Feber haben die jungen Leute an unse­rer Schule konkrete Hand­lungs­fel­der abge­steckt. Das Motto: „Unser nächs­ter Lebens­raum (Schule) wird klima­freund­li­cher und lebens­wer­ter“. U.a. wurden Getränke- und Süßig­kei­ten­au­to­ma­ten in Frage gestellt. Die PET-Flaschen, aber auch Verpa­ckun­gen von Süßem verur­sa­chen sehr viel Plas­tik­müll und verbrau­chen Betriebs­en­er­gie. Der Corona bedingte Shut-Down der Schule hat diesem Vorha­ben nur einen zeit­li­chen Riegel vorge­scho­ben! Wir wollen dran blei­ben an dem Thema und dem Vorha­ben von jung&weise: Schule gestal­ten und Klima schüt­zen – wann, wenn nicht jetzt?

Was heuer noch umge­setzt werden kann: Wir pflan­zen vor der Schule einen Nasch­gar­ten aus heimi­schen Sträu­chern, die Beeren tragen. Die Schüler/​innen werden ihn selbst bepflan­zen und betreuen.

Der Einweg­fla­schen­au­to­mat wird durch einen Auto­ma­ten ersetzt, der Frucht­saft­kon­zen­trate heimi­scher Firmen mit Wasser aufspritzt. Abge­füllt in eine passende „unver­wüst­li­che“ Stahl­fla­sche.

Die Flaschen können indi­vi­du­ell bedruckt werden. In einem Ideen-Wett­be­werb werden die Schüler*innen ein BG-Blumen­stra­ßen-Design erstel­len. Dadurch soll der große Müll­berg an Plas­tik­fla­schen endlich der Vergan­gen­heit ange­hö­ren.

Mit diesen beiden Ideen möch­ten die Schüler*innen die Schule nach­hal­ti­ger gestal­ten. Die Sträu­cher bieten auch Lebens­raum für Insek­ten und Klein­tiere. Die Umstel­lung des Geträn­ke­au­to­ma­ten auf Mehr­weg­fla­schen unter­stützt gene­rell eine Verhal­tens­än­de­rung von Schüler*innen (die Stahl­fla­sche — Beglei­ter in der Frei­zeit?) und könnte als Vorbild­pro­jekt für andere Schu­len dienen.

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Maßnahmen — Materialien einsparen