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Beiträge auf Youtube

Bien­nal laden wir zum Sympo­sium Kind­heit, Jugend & Gesell­schaft. Mehr als 20 Jahre verläss­li­che Zusam­men­ar­beit in einem trag­fä­hi­gen Netz­werk von Part­nern.

Beiträge aus den Sympo­sien und der Kinder- und Jugend­be­tei­li­gung werden auf der Youtube-Platt­form des Netz­werks Welt der Kinder als open source zugäng­lich gemacht.

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Filmbeiträge zum Symposium

Kindheit, Jugend und Gesellschaft X

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Vamik Volkan

On Identity: Is There a Way Towards a Peaceful World and Peaceful Co-existence?

Vamik Volkan | Türkei, USA Poli­ti­sche Psycho­lo­gie, Psych­ia­trie, Konflikt‑u. Frie­dens­for­schung erforscht die Psycho­lo­gie inter­na­tio­na­ler Konflikte und entwi­ckelte neue Theo­rien des Groß­grup­pen­ver­hal­tens in Frie­dens- und Kriegs­zei­ten. Er wuchs in Zypern auf, studierte in Ankara und lebte in der Folge in Charlottesville/​USA. Grün­dungs­mit­glied und Präsi­dent der Inter­na­tio­nal Society of Poli­ti­cal Psycho­logy, 1987 Grün­der und bis 2002 Leiter des „Center for the Study of Mind and Human Inter­ac­tion“, ein inter­dis­zi­pli­nä­res Zentrum spezia­li­siert auf Konflikt­lö­sun­gen und Frie­dens­ar­beit (v.a. in Osteu­ropa). Bera­ter, Vermitt­ler und Gesand­ter für die UNO, die Ameri­can Psych­iatric Asso­cia­tion und inter­na­tio­nale Orga­ni­sa­tio­nen in vielen Krisen­ge­bie­ten der Welt. Autor/Co-Autor von mehr als 30 Büchern, über­setzt in 12 Spra­chen.

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Royston Maldoom

Dancing together we grow together; Dancing together we can live together

Groß­bri­tan­nien _ Tanz / Choreo­gra­phie; Sozi­al­ar­beit – ‘Commu­nity Dance’ Der briti­sche Choreo­graph Roys­ton Maldoom ist seit 30 Jahren Initia­tor und Leiter von Tanz­pro­jek­ten welt­weit. Vor allem durch den viel­fach ausge­zeich­ne­ten Film „Rhythm is it!“ (Tanz­pro­jekt mit 250 Kindern zur Musik von Igor Stra­win­skis “Le Sacré du Prin­temps” — mit den Berli­ner Phil­har­mo­ni­kern unter der Leitung von Sir Simon Rattle) wurden er und seine Arbeit einem brei­te­ren Publi­kum bekannt. Nach arbei­ten mit dem ‚Dance Theatre of Harlem‘ in New York und einer Viel­zahl größe­rer und klei­ne­rer Ballett- und Tanz­thea­ter Ensem­bles in Groß­bri­tan­nien, Schott­land und Irland fand er mit seinen Mitar­bei­te­rIn­nen zu seiner Philo­so­phie des Commu­nity Dance. In den frühen Neun­zi­ger­jah­ren begann Maldoom, verstärkt inter­na­tio­nal zu arbei­ten: er leitete Tanz­pro­jekte in Südafrika, in Zimbabwe, in Peru (mit sozial benach­tei­lig­ten Kindern), in Nord­ir­land (mit katho­li­schen und protes­tan­ti­schen Kindern), in Litauen (während der Unab­hän­gig­keits­be­we­gung), in Kroa­tien und Bosnien (während des Balkan­krie­ges). Sein inter­na­tio­na­les Enga­ge­ment führte ihn gemein­sam mit seiner Kolle­gin Mags Byrne 1996 nach Äthio­pien, wo er mit 100 Stra­ßen­kin­dern ein Tanz­pro­jekt orga­ni­sierte und im Anschluß die Adugna Dance Company grün­dete, in deren Kontext einige der Jugend­li­chen als profes­sio­nelle Tänzer, Choreo­gra­phen und Tanz­leh­rer mit engli­schem Hoch­schul­ab­schluss ausge­bil­det wurden. Maldoom erhielt zahl­rei­che inter­na­tio­nale Auszeich­nun­gen und Würdi­gun­gen.

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Marlena Koppendorfer

Rat auf Draht

Marlena Koppen­dor­fer – Sprach­wis­sen­schaft, Bera­tung / Öster­reich

Als Mitar­bei­te­rin der Helpline Rat auf Draht gehört Marlena Koppen­dor­fer (Sprach­wis­sen­schaf­te­rin und Fami­li­en­the­ra­peu­tin i.A.) zum wohl best­in­for­mier­ten Team Öster­reichs, wenn es darum geht, die Nöte und Sorgen junger Menschen zu verste­hen und zu beglei­ten: Im Schnitt 250 Bera­tungs­ge­sprä­che pro Tag führen die Mitar­bei­te­rin­nen, rund 100.000 junge Menschen werden im Jahr erreicht. Im Team arbei­ten Psycholog*innen, Psychotherapeut*innen, Lebens- und Sozialberater*innen und ein Jurist. Rat auf Draht wird ausschließ­lich durch Spen­den finan­ziert.

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Manfred Pretis

Kinder mit erschwerten Entwicklungsbedingungen

Manfred Pretis – Klini­sche Psychologie/​Deutschland, Öster­reich

Profes­sor für Trans­dis­zi­pli­näre Frühförderung/​Medical School Hamburg, Klini­scher Psycho­loge, Inte­gra­ti­ons­päd­agoge, Mitglied des Execu­tive Board der Inter­na­tio­nal Society on Early Inter­ven­tion (ISEI), Consul­tant, EU Projekt­ko­or­di­na­tor www​.icf​-school​.eu. Manfred Pretis führt in jahr­zehn­te­lange Erfah­run­gen ein und zeigt anhand von Beispie­len, wie sich Kinder über die Störungs­bil­der der Eltern infor­mie­ren lassen, aber auch wie Kinder die Erkran­kung der Eltern wahr­neh­men. Publi­ka­tio­nen u.a. Früh­för­de­rung bei Kindern psychisch kran­ker Eltern; ICF in der inklu­si­ven Schule.

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Ulrich Brand

Post-Wachstum und die Schaffung neuer ökologischer und sozialer Gleichgewichte

Ulrich Brand – Poli­tik­wis­sen­schaf­ten / Deutsch­land, Öster­reich

Aufge­wach­sen auf der Insel Mainau im Boden­see, seit 2007 Profes­sor für Intern. Politik/​Univ. Wien, Mither­aus­ge­ber der „Blät­ter für deut­sche und inter­na­tio­nale Poli­tik“, 2019 Mitbe­grün­der von „Diskurs. Netz­werk Wissen­schaft“, Mitor­ga­ni­sa­tor der inter­na­tio­na­len Konfe­renz zu „Post- Wachs­tum und sozial-ökolo­gi­scher Trans­for­ma­tion“ (2020, Wien). Brand verbrachte etwa drei Jahre seines Lebens in Latein­ame­rika. Forschungs­schwer­punkte: poli­ti­sche Dimen­sio­nen der Globa­li­sie­rung und ihrer Krise, Zivil­ge­sell­schaft und soziale Bewe­gun­gen in diesen Prozes­sen, sozial-ökolo­gi­sche Trans­for­ma­tion u. impe­riale Lebens­weise.

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Wir Menschen gestal­ten unser Leben als kultur­bil­dende Gemein­schaf­ten. Besten­falls über­neh­men wir wech­sel­sei­tig Verant­wor­tung für alle jene, die dieser Gemein­schaft ange­hö­ren. Schlie­ßen sich Gemein­schaf­ten, verlie­ren sie an Lebens­kraft und verge­hen (häufig entzie­hen sie zunächst ande­ren sozia­len Grup­pen deren Ressour­cen). Blei­ben sie zu weit offen, bleibt die Über­nahme wech­sel­sei­ti­ger Verant­wor­tung aus und Gemein­schaf­ten lösen sich auf. Eben­die­sen Heraus­for­de­run­gen begeg­nen wir aktu­ell auf vielen Ebenen indi­vi­du­el­len und kollek­ti­ven Handelns: In ökolo­gi­schen, wirt­schaft­li­chen und sozia­len Syste­men werden neue Gleich­ge­wichte gesucht. Unser Handeln zeigt in größe­ren Zusam­men­hän­gen Wirkung, es gilt, in der Über­nahme von Verant­wor­tung dazu­zu­ler­nen.

Dies betrifft insbe­son­dere das Verhält­nis zwischen den Genera­tio­nen und deren Zukunfts­räume: Weil Hand­lun­gen von Erwach­se­nen im Leben der Jünge­ren lang­fris­tig Auswir­kun­gen zeiti­gen, muss ihnen Gele­gen­heit einge­räumt werden, neue Ordnun­gen mitzu­ge­stal­ten. Die Auffor­de­rung, Selbst­wirk­sam­keit zu stär­ken, kann nicht als Teil­ha­be­an­ge­bot durch­ge­hen, wo Schutz- und Entwick­lungs­räume aus Spar­grün­den entzo­gen werden. Ähnli­ches gilt für Makro­kon­texte. Die Über­nut­zung der natür­li­chen Ressour­cen unse­res Plane­ten entzieht Millio­nen Menschen die Exis­tenz­grund­lage und zerstört die Lebens­grund­la­gen künf­ti­ger Genera­tio­nen. Diese Heraus­for­de­run­gen durch Abschot­ten lösen zu wollen, erzeugt hohe Span­nungs­la­gen mit Folge­wir­kun­gen. Wir sind aufge­for­dert, Posi­tio­nen und Gren­zen neu auszu­han­deln, ohne den Stress eines perspek­ti­ven­lo­sen Ausgren­zens zu erzeu­gen.

Das ist nicht leicht. Es erstaunt nicht, dass sich immer mehr Menschen den Anfor­de­run­gen ihres Lebens­all­tags nicht gewach­sen fühlen. Nahezu ein Vier­tel aller jungen Menschen in Öster­reich leiden unter psychi­schen Erkran­kun­gen. Die Alters­gruppe ist auch über­durch­schnitt­lich häufig von Armuts­la­gen betrof­fen. Wo das eine mit vermin­der­ten Koope­ra­ti­ons­leis­tun­gen junger Menschen und durch aggres­sive oder depres­sive Reak­tio­nen beant­wor­tet wird, werden in geopo­li­ti­schen Kontex­ten Konflikte und Kriege ange­facht.

Das Sympo­sium führt durch die Viel­falt dieser Themen, indem wir an aktu­ell rele­van­ten Schnitt­flä­chen konkrete Inhalte fassen, erfah­rene und kundige Menschen dazu hören und mit ihnen in Austausch treten: Menschen, die den vielen invol­vier­ten Berufs­grup­pen der Kinder- und Jugend­zeit ange­hö­ren, deren Wissen und Ethos in unter­schied­li­chen Schu­len und Wissens­dis­zi­pli­nen geformt wurde; und deren Erfah­rungs­dichte aus viel­fäl­ti­gen Praxis­fel­dern kommt. Und die nun gemein­sam mit uns versu­chen, Gleich­ge­wichte in der Viel­falt und deren Erfor­der­nisse zu defi­nie­ren.

Gelingt es uns gemein­sam, das Handeln in poli­ti­schen Kontex­ten, in Berufs­grup­pen, Orga­ni­sa­tio­nen, Nach­bar­schaf­ten und Fami­lien auszu­ta­rie­ren und der sozia­len Schlie­ßung entge­gen­zu­wir­ken, ist viel gewon­nen.

Im Namen des Netz­werks Welt der Kinder: Carmen Feucht­ner, Gerhard König (Welt der Kinder) / Chris­toph Hack­spiel, Beate Huter (Vorarl­ber­ger Kinder­dorf) / Wolf­gang Katsch, Chris­tian Posch, Gerd Konklew­ski (SOS-Kinder­dorf Österr. & Intern.) / Stefan Allgäuer, Karin Moratti (Insti­tut für Sozi­al­dienste) / Walter Schmolly, Jona­than Jancsary (Cari­tas) / Georg Posch (aks gesund­heit GmbH) / Wolf­ram Metz­ger, Thomas Summer (pro mente Vorarl­berg GmbH) / Manfred Ganahl, Markus Müller (Stif­tung Jupi­dent)

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Im „Netz­werk Welt der Kinder“ bemü­hen wir uns konstant um ein spezi­fi­sches Anlie­gen: Der Fokus gilt dem Zusam­men­le­ben mit unse­ren jüngs­ten Mitbür­ge­rIn­nen. Wir wollen beitra­gen, ange­sichts der kompli­zier­ten Heraus­for­de­run­gen unse­rer Zeit Mut zu fassen und – gerüs­tet mit Wissen und Empa­thie – unsere sozia­len Prak­ti­ken im Genera­tio­nen­ge­füge neu zu gestal­ten.

Das ist keine einfa­che Aufgabe. Sie bedarf der Orte des Austau­sches und der Verstän­di­gung, auch des Erpro­bens und Übens. Unsere Veran­stal­tung soll eine solche Gele­gen­heit schaf­fen. Das vorlie­gende Programm wurde in Gesprä­chen mit einer Viel­zahl von Menschen vorbe­rei­tet: mit jungen Menschen, Kindern und Jugend­li­chen, mit Kolle­gIn­nen aus koope­rie­ren­den Einrich­tun­gen, aus Bildungs- und Gesund­heits­in­sti­tu­tio­nen, Verwal­tung und Admi­nis­tra­tion und mit Exper­tIn­nen aus unter­schied­li­chen Wissens­ge­bie­ten. Gemein­sam bemü­hen wir uns, die Kräfte ins Bewusst­sein zu heben, die auf unser Mitein­an­der einwir­ken und wir laden Sie ein, sich an diesem Gespräch zu betei­li­gen: In Kennt­nis der Wirk­kräfte mit uns güns­tige Formen des genera­tio­na­len Ordnens zu entwi­ckeln.

Wie orga­ni­sie­ren sich Menschen in verschie­de­nen Lebens­al­tern? Wie lassen sich soziale Prak­ti­ken gestal­ten, die die unter­schied­li­chen Inter­es­sen der Genera­tio­nen ausglei­chen? Wie verbes­sern wir die Verstän­di­gung zwischen verschie­de­nen Berufs­grup­pen und Menschen verschie­de­ner Herkunft? Wir fragen nach Einfluss­grö­ßen, die in ihren Wech­sel­wir­kun­gen auf die Sozia­li­sa­tion unse­rer Kinder und Jugend­li­chen einwir­ken und ihre Lebens­chan­cen prägen:

Gesell­schaft­li­che Teil­habe und Voraus­set­zun­gen für Koope­ra­tion zwischen den Genera­tio­nen und Profes­sio­nen; Wirkun­gen von Armut, ökono­mi­scher Ungleich­heit, Flucht und Migra­tion; Stress, psychi­sche Gesund­heit und die Folgen psychi­scher Erkran­kung; Bedeu­tung und Wirkung virtu­el­ler Welten und der social media; neue Auto­ri­tät und Werte­sys­teme in Eltern­schaft und Bildung; Frie­dens­ar­beit und sozi­al­räum­lich orien­tierte Präven­tion.

Forsche­rIn­nen und Prak­ti­ke­rIn­nen aus verschie­de­nen Diszi­pli­nen tragen bei: Menschen, denen es mit ihrer Forschung und Praxis gelingt, unsere Grund­an­nah­men für ein neues Verständ­nis zu öffnen und damit eine Weiter­ent­wick­lung des gesell­schaft­li­chen und genera­tio­na­len Ordnens zu ermög­li­chen. Unser Ziel ist es, aktu­elle wissen­schaft­li­che Forschung für die Praxis aufzu­schlie­ßen und Refle­xio­nen aus der Praxis an die Wissen­schaft heran­zu­tra­gen und den Weg für Koope­ra­tio­nen zu öffnen.